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🧠 Taktik & Positionen

Aufgaben des Sechsers, Achters, Zehners

Drei Mittelfeld-Rollen, drei klar verschiedene Köpfe.

Das Mittelfeld ist das Herzstück jeder Mannschaft – und trotzdem wissen viele Eltern und junge Spieler kaum, was die Nummern 6, 8 und 10 eigentlich bedeuten. Drei Positionen, drei völlig verschiedene Denkweisen, drei unterschiedliche Persönlichkeiten auf dem Platz. Wer versteht, welche Rolle zu ihm passt, entwickelt sich nicht nur taktisch weiter, sondern macht auch viel mehr Spaß am Spiel. Als Trainer sehe ich immer wieder, wie ein einziges Gespräch über die eigene Rolle einen Spieler regelrecht aufblühen lässt. Deshalb erkläre ich hier genau, was einen Sechser, Achter und Zehner ausmacht – praxisnah, verständlich und direkt aus dem Training.

Der Sechser: Anker, Absicherer, Antreiber

Der Sechser (defensive Mittelfeldspieler) ist die ruhigste und gleichzeitig wichtigste Schaltstelle im Mittelfeld. Er positioniert sich direkt vor der Abwehr, schirmt sie ab und gibt dem gesamten Team Stabilität. Wer diese Rolle übernimmt, muss nicht der Schnellste sein – aber er muss immer denken.

Typische Aufgaben des Sechsers

  • Räume zumachen: Der Sechser erkennt, wo der Gegner durchbrechen will, und stellt sich dazwischen – bevor der Ball überhaupt dort ankommt.
  • Bälle abfangen und sichern: Zweikampf gewinnen, Ball beruhigen, Mitspieler anspielen.
  • Spielaufbau einleiten: Kurze, sichere Pässe, kein unnötiges Risiko.
  • Kommunikation: Der Sechser sieht das ganze Spiel von hinten – er muss laut sein und die Vordermänner dirigieren.

Übung für den Sechser: „Schatten-Deckung"

  1. Zwei Angreifer stehen 15 Meter vor dem Sechser, einer hat den Ball.
  2. Der Sechser positioniert sich so, dass er den direkten Pass auf den zweiten Angreifer unterbricht – er „überschattet" ihn.
  3. Sobald der Ball gespielt wird, reagiert er sofort: entweder abfangen oder aggressiv anlaufen.
  4. Variante: Einen Mitspieler als Abwehrspieler hinzunehmen, damit der Sechser lernt, wann er schieben und wann er stehen bleiben soll.

Häufiger Fehler: Viele junge Sechser laufen dem Ball hinterher, statt die Linie zu halten. Die Position ist wichtiger als das Duell.

Der Achter: Allrounder, Laufmotor, Bindeglied

Der Achter (zentraler Mittelfeldspieler) ist der vielleicht vielseitigste Spieler auf dem Platz. Er verteidigt mit, greift an, läuft in die Tiefe, kommt zurück – und macht das alles in einem Spiel mehrfach. Wer als Achter spielt, braucht eine außergewöhnliche Kondition und ein sehr gutes Spielverständnis.

Typische Aufgaben des Achters

  • Box-to-Box-Bewegungen: Der Achter taucht im Strafraum des Gegners auf und hilft kurz darauf beim Verteidigen.
  • Drittes Mann-Kombinationen: Kurze Pässe spielen, weiterlaufen, wieder anbieten.
  • Überladen von Seiten: Bei Angriffen über außen in den Strafraum nachrücken.
  • Pressingunterstützung: Als erster Verfolger nach Ballverlust agieren.

Übung für den Achter: „Dreiecks-Kombination mit Tiefenlauf"

  1. Drei Spieler bilden ein Dreieck (ca. 10 × 10 Meter): Sechser, Achter, Außenstürmer.
  2. Der Sechser spielt auf den Achter, der Achter legt direkt auf den Außenstürmer ab.
  3. Sofort nach dem Abspiel startet der Achter in die Tiefe – der Außenstürmer spielt den Steilpass.
  4. Abschluss oder Flanke, dann sofort zurück in die Ausgangsposition.
  5. Tempo steigern, bis die Kombination flüssig sitzt.

Häufiger Fehler: Der Achter bleibt nach dem Pass stehen. Genau das darf nicht passieren – der Lauf nach dem Abspiel ist das Entscheidende.

Der Zehner: Spielmacher, Kreativkopf, letzter Passgeber

Der Zehner (offensiver Mittelfeldspieler) ist die romantischste Position im Fußball – und die anspruchsvollste. Er spielt zwischen den Linien, dreht sich aus dem Pressing heraus und hat immer die Lösung, bevor andere das Problem überhaupt sehen. Kinder, die als Zehner spielen, brauchen technische Stärke, Kreativität und eine hohe Frustrationstoleranz – denn sie werden oft gefoult und müssen trotzdem ruhig bleiben.

Typische Aufgaben des Zehners

  • Zwischen den Linien agieren: Lücken finden, sich anbieten, den Ball in engen Räumen behaupten.
  • Schlüsselpässe spielen: Der letzte Pass vor dem Torabschluss kommt oft vom Zehner.
  • Eins-gegen-eins gewinnen: In engen Situationen den Gegner ausspielen und Räume öffnen.
  • Pressing auslösen: Durch intelligentes Anlaufen den Gegner in Fehler zwingen.

Übung für den Zehner: „Drehung unter Druck"

  1. Der Zehner steht mit dem Rücken zum Tor, ein Verteidiger steht hinter ihm (passiv, dann aktiv).
  2. Ein Mitspieler spielt einen flachen Pass auf den Fuß des Zehners.
  3. Der Zehner entscheidet: kurz ablegen und drehen, oder den Ball mit dem Außenrist in den Lauf mitnehmen.
  4. Ziel: innerhalb von zwei Sekunden gedreht haben und den nächsten Pass spielen oder selbst abschließen.
  5. Steigerung: Verteidiger wird aktiv und übt echten Druck aus.

Häufiger Fehler: Junge Zehner schauen zu lange auf den Ball. Der Blick muss vor der Ballannahme schon nach vorne gehen – das nennen wir „Schulterblick vor dem Kontakt".

Welche Rolle passt zu meinem Kind?

Als Trainer schaue ich bei der Positionsfindung auf drei Dinge: Persönlichkeit, Stärken und Spielfreude. Ein ruhiges, analytisches Kind mit gutem Stellungsspiel wird als Sechser aufblühen. Ein energiegeladenes Kind, das nie aufhört zu laufen, ist als Achter goldwert. Und wer in engen Räumen technisch glänzt und immer die kreative Lösung sucht, gehört auf die Zehn. Kein Kind muss auf einer Position festgenagelt werden – aber das Verständnis für die eigene Rolle beschleunigt die Entwicklung enorm.

Wer die eigene Mittelfeld-Rolle gezielt trainieren möchte, findet bei den Rasenhelden Fußballschule Wiesbaden im Einzeltraining oder in kleinen Gruppen den idealen Rahmen, um genau diese Fähigkeiten systematisch zu entwickeln – ein Probetraining lohnt sich.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Sechser, Achter und Zehner im Fußball? +
Der Sechser spielt defensiv vor der Abwehr und sichert das Spiel ab. Der Achter ist ein Allrounder, der zwischen Defensive und Offensive pendelt. Der Zehner agiert offensiv zwischen den Linien und bereitet Tore vor.
Ab welchem Alter lernen Kinder die verschiedenen Mittelfeldpositionen? +
Im Grundlagenalter (6–10 Jahre) steht freies Spielen im Vordergrund, Positionen werden kaum festgelegt. Ab etwa 11–13 Jahren beginnt die gezielte Positionsausbildung, bei der Kinder verstehen lernen, welche Aufgaben Sechser, Achter und Zehner haben.
Wie erkenne ich, ob mein Kind besser als Sechser oder als Zehner geeignet ist? +
Ein Kind, das gerne absichert, viel kommuniziert und Zweikämpfe sucht, passt gut auf die Sechs. Wer technisch stark ist, kreative Lösungen liebt und gut in engen Räumen agiert, ist als Zehner besser aufgehoben. Der Trainer kann durch gezielte Beobachtung im Training helfen, die passende Rolle zu finden.
Muss ein Zehner besonders viel laufen? +
Der Zehner läuft weniger als der Achter, dafür sind seine Läufe präziser geplant – er sucht Lücken zwischen den Linien. Wichtiger als pure Ausdauer ist beim Zehner die Fähigkeit, im richtigen Moment den richtigen Raum zu besetzen.
Kann ein Kind die Position wechseln, wenn es auf einer Stelle nicht glücklich ist? +
Ja, absolut – und das ist sogar empfehlenswert. Verschiedene Positionen auszuprobieren erweitert das taktische Verständnis und hilft dem Kind, die eigene Stärken besser kennenzulernen. Viele Profis haben in der Jugend mehrere Positionen gespielt, bevor sie ihre beste Rolle gefunden haben.

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